One of the music's great aristocrats, violinist Henryk Szeryng was a perfectionist in all things. A man of phenomenal intellect, he combined exemplary musical taste with a super-refined technique and ravishing purity of intonation.

Julian Haylock – THE STRAD July 2009

HENRYK SZERYNG

1918-1988

1918

22.September

Henryk Boleslaw Szeryng wird in Warschau, Polen geboren.

1925

Henryk Szeryng - 1923 - Warsaw
1925 - 1927

Geigenstudium bei Maurice Frenkel, Schüler von Leopold Auer in St.Petersburg.
Szeryng über Frenkel:
Einer seiner wertvollen Ratschläge war: „Dein linker Ellbogen muss bei hochgehaltener Geige genau auf der Höhe Deines Herzens sein.“

1927

Vorspiel bei Bronislaw Huberman. „Der Junge hat großes Talent und Hände wie Jascha Heifetz“, sagt dieser nachher und rät zu weiteren Studien in Berlin und Paris.
Szeryng über Huberman:
„Wenn er über Musik sprach, war das mehr als nur eine Unterrichtsstunde; es eröffnete mir unbekannte Horizonte. Es war Huberman, dem ich es verdanke, dass ich Geiger geworden bin.“

1928

1928 - 1930

Studium bei Willi Hess in Berlin.
Szeryng ûber seine Jahre in Berlin:
„Besonders die erste Zeit war sehr schwer, ich war erst 10 Jahre alt und konnte kaum Deutsch.“

Henryk Szeryng - 1929 - Berlin

1930

Henryk Szeryng - 1932 - Carl Flesch master class Baden-Baden
1930 – 1933

Studium bei Carl Flesch des gesamten großen Geigenrepertoires an der „Staatlichen Hochschule für Musik“ in Berlin und in Baden-Baden (Meisterkurse 1932 und 1933).

Henryk Szeryng - 1932 - Baden-Baden

1933

The young Brahms
6.Januar

Beginn seiner Künstlerkarriere in Warschau - Johannes Brahms: Violinkonzert in D-Dur, op.77 - Warschauer Philharmoniker unter der Leitung von Georges Georgescu.
Szeryng über Brahms: "Wenn Irgendjemand die Schönheit liebte, dann war es Brahms. Ich fühle mich Brahms eng verbunden – hoffentlich fühlt auch Brahms sich mir verbunden!".


Sommer

Vorspiel in Paris beim polnischen Premierminister und Komponisten Ignaz Paderewski.
Szeryng über Paderewski:„Er war außerordentlich liebenswürdig, hatte ein ausgezeichnetes Auftreten und strahlte sehr viel Güte und Würde aus. Er war beeindruckend, nicht nur durch das, was er war, sondern auch wie er war: groß mit wunderbarem bis zur Schulter herabfallendem Haar – er war einfach königlich.“


17.Dezember

Erster Auftritt in Paris - Salle Pleyel - Johannes Brahms: Violinkonzert in D-Dur, op.77 - Pariser Symphonie Orchester unter der Leitung von Pierre Monteux.

1934

Bruno Walter dedication
13. April

Zweiter Auftritt in Warschau: Ludwig van Beethoven: Violinkonzert in D-Dur, op.61 - Warschauer Philharmonie Orchester unter der Leitung von Bruno Walter.


31.Oktober

Erster Auftritt in Wien in Gegenwart von Arturo Toscanini - Otto Schulhof, Klavier.

1935

With Jacques Thibaud <em>(to the right)</em> – 1962
1935 – 1936

Unter Anleitung von Jacques Thibaud, Studium in Paris der fast gesamten französischen Geigenliteratur.

1936

April

Auftritt in Lausanne. Schweizer Erstaufführung des Violinkonzertes #2, op.61 von Karol Szymanowski - Orchestre de la Radio de la Suisse Romande unter der Leitung von Hans Haug.
Gleichzeitige Welturaufführung in Warschau mit Pavel Kochansky, dem Geiger dem das Konzert gewidmet wurde und der es dann später auch in New York erstaufführen wird. In Paris wird Zino Francescatti das Konzert mit dem Orchestre des Concerts Colonne unter der Leitung von Paul Paray zur Erstaufführung bringen.

With Paul Paray - Early 1960ies

Henri Rabaud dedication
Conservatory of Paris Registration
18. November

Eintritt in die Klasse von Gabriel Bouillon am Pariser National Konservatorium. Direktor des Konservatoriums ist der Komponist und Dirigent Henri Rabaud (1873-1949).

1937

16.Juli

Abschluss des Studiums am Konservatorium mit dem Ersten Preis, "Premier Nommé des Hommes et Femmes" und dem Sarasate Preis.
Szeryng erhält seine erste wertvolle Geige, die Andrea Guarnerius 1683 „Sancta Theresiae“. Die Geige war im Besitz des italienischen Komponisten Giuseppe Tartini (1692-1770) zur Zeit der Entstehung der Teufelstriller Sonate. Später gehörte sie dem einzigen Schüler von Nicolò Paganini, Camille Sivori (1815-1894).

Conservatory of Paris - Prizes 1937

Bis 1938

Studium der Komposition bei Nadia Boulanger in Paris.

1939

Herbst

Treffen mit dem Premierminister der polnischen Exilregierung, General Wladyslaw Sikorski in seinem Hauptquartier in Paris. Szeryng meldet sich als Freiwilliger der polnischen Armee im Ausland und gibt Anfang 1940 zahlreiche Wohltätigkeitskonzerte für die polnische Armee in Paris und Frankreich.

1940

Henryk Szeryng – Mendoza, Argentina – 1942
With Rafael Á. Calderón Guardia, President of Costa Rica - 1942
November

Auswanderung nach Brasilien. Einige Jahre lang ist Rio de Janeiro seine Ausgangsbasis, von der aus er regelmäßig zu Konzertreisen in Südamerika aufbricht, immer verbunden mit diplomatischen Tätigkeiten im Auftrag der polnischen Exilregierung.

1942

Dezember

Erster Aufenthalt in Mexico City mit General Sikorski, der auf der Suche nach einer neuen Heimat für 4.000 polnische Kriegsflüchtlinge ist. Der mexikanische Präsidenten Manuel Ávila Camacho gewährt den Heimatlosen Asyl und versichert auch Henryk Szeryng, dass er jederzeit in Mexico willkommen sein wird.

1943

Frühjahr

Lässt sich in Mexico City nieder.


18.Juli

Erster Auftritt in Mexico City - Manuel M. Ponce: Violinkonzert (Henryk Szeryng gewidmet -Welturaufführung) - Orquesta Sinfónica de México unter der Leitung von Carlos Chavez.

1945

Mai

Von 1945 bis 1956 Professur an der Freien Universität Mexico - Reorganisation der mexikanischen Geigenschule.

1948

21.Oktober

Erhält die mexikanische Staatsbürgerschaft.

1950

With Arthur Rubinstein - Paris – 1959
With Arthur Rubinstein - Hollywood – 1950
Sommer

Begegnung mit Arthur Rubinstein in Mexico City.


Im gleichen Jahr Vorbereitung von gemeinsamen Platteneinspielungen (1958 Beethovens „Frühlings“ und Kreutzer“ Sonaten, 1960 die drei Brahms Sonaten, 1972 mit Pierre Fournier die drei Brahms Trios und 1974 das Schumann und die Schubert Trios op.99 und 100).

1953

Einspielungen

1955

Einspielung

1956

Die mexikanische Regierung ernennt Henryk Szeryng zum Kulturbotschafter – er ist der erste Künstler mit Diplomatenpass.



Einspielung

1959

Einspielung

1961

Auftritt in Mexico City - Welturaufführung der endgütligen Fassung des Violinkonzertes von Carlos Chavez - Orquesta Sinfónica Nacional de México unter der Leitung des Komponisten.



Einspielung

1962

Auftritt in Paris - Welturaufführung des Violinkonzertes #2 von Jean Martinon (Henryk Szeryng gewidmet) - Théâtre des Champs Elysées - Orchestre Philharmonique de la Radio Télévision Française unter der Leitung des Komponisten.

With Jean Martinon – 1962
Jean Martinon’s dedication of his violin concerto


With Paul Paray - Early 1960ies

Einspielung

1963

Februar

Auftritt in Boston - Welturaufführung des 2.Violinkonzertes von Benjamin Lees (Henryk Szeryng gewidmet) - Boston Symphony.




With Benjamin Lees - 1963

1964

Einspielungen

1965

7.Oktober

Auftritt in New York - Carnegie Hall – USA Premiere des Violinkonzertes von Carlos Chavez - New York Philharmonic unter der Leitung von Leonard Bernstein.

1966

Einspielung

1967

Einspielungen

1968

Henryk Szeryng – 1987

Der Musikverlag Schott Music bittet Henryk Szeryng um Mitarbeit bei der Neuauflage der Ausgabe der Bach Solo Sonaten und Partiten. (Veröffentlichung 1981 - ED 6850).


Einspielung

1969

Einspielungen

1970

Wiederentdeckung des 3. Violinkonzertes von Nicolò Paganini im Haus seiner Urgroßenkelinnen. Szeryng komponiert die Kadenzen und spielt das Konzert 1971 bei Philips mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Sir Alexander Gibson ein.

Manuscript Cover of the Violin Piano Reduction of Paganini
Recording Paganini 3rd Concerto


5.Mai

Ernennung zum Ehrenberater der ständigen mexikanischen Delegation bei der UNESCO.



Andere Einspielungen

1971

Einspielungen

1972

With Golda Meir – 1972
24.Dezember

Im Anschluss an sein Konzert in Jerusalem anlässlich des 25jährigen Gründungstages des Staates Israel in Anwesenheit von Premierministerin Golda Meir und des Bürgermeisters von Jerusalem, Teddy Kollek schenkt Szeryng seine Geige Antonio Stradivarius 1734 "Herkules", Ex-Eugene Ysaye der Stadt Jerusalem.

Seitdem trägt sie den Namen "Kinor David Stradivarius" und wird von den Konzertmeistern des Philharmonischen Orchesters Israel gespielt.

With Teddy Kollek – 1972

1973

Einspielung

1974

12.Januar

Mexico City - Residenz des mexikanischen Präsidenten Luís Echeverría Alvárez. Szeryng schenkt dem Staat Mexico seine Geige Andrea Guarnerius 1683 "Sancta Theresiae" (siehe 16.Juli 1937). Seitdem wird sie vom Konzertmeister des Orquesta Sinfónica Nacional de México gespielt.

With Luis Echeverria – 1974

Einspielung

1975

7.Mai

Gründung in Tel Aviv des "The Henryk Szeryng Fund", ein Anlagefonds zum Ankauf von Instrumenten für Mitglieder des Orchesters, in den Szeryng bis 1987 eingezahlt hat.

Certificate from Israel Philharmonic Orchestra
Scroll of honor from Israel Philharmonic Orchestra

1978

Einspielungen

1979

Einspielung

1982

Einspielung

1983

Szeryng feiert sein 50jähriges Bühnenjubiläum.

1985

28.Juli

Fürstentum Monaco – Szeryng übergibt dem Fürsten Rainier III seine Geige Jean-Baptiste Vuillaume, 1861, eine Kopie der Stradivarius’ "Messias". Sie wird seither von einem der Konzertmeister des Philharmonischen Orchesters Monte Carlo gespielt.

1986

Einspielung

1987

Program Paris 1928 - World Premiere, Reynaldo Hahn, Violin Concerto
Solo part with Henryk Szeryng’s markings
Henryk Szeryng – 1987
19.November

Auftritt in Atlanta, Georgia - USA Premiere des Violinkonzertes in D-Dur von Reynaldo Hahn - Atlanta Symphony unter der Leitung von Louis Lane.
Am 26.Februar 1928 wurde das Konzert unter der Leitung des Komponisten in Paris uraufgeführt (Solist:Gabriel Bouillon). Es blieb bei dieser einen Aufführung; nach fast 60 Jahren Vergessenheit bringt Szeryng das Werk zurück auf die Bühne.

1988

1.März

Auftritt in Kassel im Rahmen einer Deutschland Tournee - Johannes Brahms: Violinkonzert in D-Dur, op.77 - Orchester des Saarländischen Rundfunks unter der Leitung von Myung Whun Chung.
In der Nacht nach dem Konzert fällt Henryk Szeryng in ein Koma, aus dem er nicht wieder erwacht. Er stirbt in den frühen Morgenstunden des 3.März 1988.

So wie sie vor 55 Jahren begonnen hatte, endet auch die Karriere von Henryk Szeryng: mit dem Violinkonzert von Brahms. Ist es Zufall, Schicksal oder Erfüllung eines Wunsches? Fast 10 Jahre zuvor, am 23.Juli 1978 hatte er der mexikanischen Tageszeitung Excelsior ein Interview gegeben, bei dem eine der letzten Fragen des Journalisten war: „Was würden Sie tun, wenn Sie nur noch eine Stunde zu leben hätten?“ Szeryng antwortete: „Ich würde das Brahms Konzert spielen.”.

The Excelsior - Mexico, July 1978

"Ich betrachte Musik als die edelste Sprache;
sie bringt den Menschen Trost, Freude, Inspiration und Frieden.
Ich denke, dass es lebenswichtig ist, den Frieden zu erhalten
und wenn Musik dabei helfen kann – dann lasst uns musizieren!"
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Henryk Szeryng